An der Elly-Heuss-Knapp-Schule Bühl wurden am 07.05.2026 in einem festlichen Rahmen die Europass-Mobilitätszertifikate an 14 Schülerinnen und Schüler verliehen, die im Rahmen des Erasmus+-Programms einen vierwöchigen Auslandsaufenthalt in Madrid und Málaga absolviert hatten. Die voll besetzte Aula spiegelte die große Bedeutung der Veranstaltung wider: Neben Eltern und Partnerinnen und Partnern waren auch Anleitungen, Vertreterinnen und Vertreter der Träger, Einrichtungsleitungen sowie zahlreiche Klassenkamerad*innen anwesend.
Besonders bemerkenswert war, dass viele der beteiligten Einrichtungen teils weite Wege auf sich nahmen, um an der Feierstunde teilzunehmen. So reichte das Einzugsgebiet der Gäste von Gernsbach und Gaggenau im Norden bis nach Ortenberg und Neuried-Ichenheim im Süden – ein Zeichen der großen Verbundenheit mit den Auszubildenden und dem Erasmus+-Projekt der Schule.
Die Begrüßung übernahm der stellvertretende Schulleiter Klaus Boujong, bevor Schulleiter Christian Schröder die Gäste und insbesondere die Auszubildenden der PIA2/T2 sowie der 11er Klassen willkommen hieß. In seiner Rede betonte er die besondere Bedeutung internationaler Erfahrungen für die persönliche und berufliche Entwicklung junger Menschen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Präsentation der Schülerinnen und Schüler selbst. Mit einer professionell gestalteten und sehr persönlichen PowerPoint-Präsentation nahmen sie die Gäste mit auf ihre Reise nach Madrid und Málaga. Anschaulich berichteten sie von ihrem Arbeitsalltag in den spanischen Einrichtungen, ihren Begegnungen mit Kindern und Fachkräften sowie von kulturellen Unterschieden und Herausforderungen im Alltag. Besonders eindrucksvoll schilderten sie die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem spanischen Bildungssystem und reflektierten ihre eigenen Erfahrungen mit großer Offenheit und Reife.
Die Präsentation zeigte nicht nur fachliche Erkenntnisse, sondern auch die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden. Viele berichteten davon, selbstständiger geworden zu sein, sprachliche Hemmungen überwunden und neue Perspektiven auf ihre spätere pädagogische Arbeit gewonnen zu haben. Zudem sprachen Sie dem Erasmus+-Team (Anja Kirch, Galina Stroinoff, Christina Paulusch) ihren herzlichen Dank aus. Das Publikum belohnte die Beiträge mit großem Interesse und langanhaltendem Applaus.
„Wenn man Schulleiter ist, lernt man zwei Gewissheiten: Erstens, dass kein Tag wie der andere ist. Und zweitens, dass es Momente gibt, in denen eine Schule größer ist als ihre Mauern. Heute ist so ein Moment“, erklärte Schröder. Besonders stolz zeigte er sich darüber, dass die Elly-Heuss-Knapp-Schule zu den wenigen sozialpädagogischen Fachschulen gehört, die für Erasmus+ akkreditiert sind.
Passend zum europäischen Gedanken zitierte Schröder den Philosophen Ludwig Wittgenstein: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Mit Blick auf die Absolventinnen und Absolventen ergänzte er: „Wenn wir heute in die Gesichter unserer Auszubildenden schauen, sehen wir, dass sich diese Grenzen verschoben haben.“
Neben den Europass-Mobilitätszertifikaten wurden auch Erasmus+-Plaketten an die beteiligten Einrichtungen verliehen. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig ein Blick über den Tellerrand für die pädagogische Ausbildung und die persönliche Entwicklung junger Menschen sind – und dass Europa an der Elly-Heuss-Knapp-Schule ganz konkret gelebt wird.
(Text und Foto: Anne Müller)



