Unsere Schule

Die Elly- Heuss- Knapp- Schule hat eine über hundertjährige lebendige und sehr wechselvolle Geschichte. Die Schulgeschichte spiegelt natürlich viele Aspekte der deutschen Geschichte, und auch große gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen lassen sich hier im Kleinen wiederfinden. Den Namen „Elly-Heuss-Knapp-Schule“ trägt unsere Schule natürlich nicht schon seit ihrer Gründung, sondern erst seit 1974. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und lesen Sie unsere kurze Schulgeschichte und erfahren Sie mehr über die Frau, nach der wir unsere Schule benannt haben. Die Gegenwart unserer Schule ist stark geprägt von den aktuellen Entwicklungen im Bereich des Qualitätsmanagements, dessen Ziel die Stärkung der Eigenverantwortung der beruflichen Schulen ist. Im Rahmen unseres Qualitätsmanagementprozesses haben wir in den Schuljahren 2004/05 und 2005/06 das Leitbild unserer Schule entwickelt. Es wird derzeit in Schritten umgesetzt. Für diese Arbeit erhielt die Schule vom Regierungspräsidium ein Zertifikat, welches im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Schule am 25.01.2007 übergeben wurde. Eine Schule kann nur durch ein unterstützendes Umfeld erfolgreich bestehen. Dazu gehören unser Schulträger, der Landkreis Rastatt, die Schulkonferenz und der Schulort Bühl.

 

 

 

 

 

Geschichte

Unsere Schule blickt auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurück, aus der sich viel erzählen ließe. Aber wir wollen es ja kurz machen: Vor über hundert Jahren (1897) wird unsere Schule als Kreishaushaltungsschule des Kreises Baden gegründet. Dekan Franz Xaver Lender, der auch die bekannte Heimschule in Sasbach gegründet hatte, gehört zum Vorstand der Schule. Fast fünfzig Jahre lang ist unsere Schule eine reine Internatsschule für „höhere Töchter“. Das Gebäude ist kaum als Schule zu erkennen, sondern sieht so aus, wie die villenartigen Nachbarhäuser. Eine kleine Gruppe von etwa 25 jungen Mädchen bekommt in einer intensiven einjährigen Ausbildung das Wissen und die Fähigkeiten, um einen „gehobenen Bürgerhaushalt“ führen zu können. In dieser kleinen Schule herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre, denn auch die Vorsteherin, also Schulleiterin, und einige Lehrerinnen wohnen mit den Schülerinnen im selben Gebäude. Dieser enge persönliche Kontakt in der Schule bringt vielen Schülerinnen intensive, oft lebenslange Freundschaften. Nach großen politischen Kontroversen wird die Schule für sieben Jahre (1937-1944) Ausbildungsstätte für Führerinnen des BDM (Bund deutscher Mädel). Nach dem Zweiten Weltkrieg ziehen mit der Gewerbeschule nur junge Männer in das nach den Zerstörungen wiederaufgebaute und vergrößerte Schulhaus ein. Für die hauswirtschaftlichen und dann auch für die angeschlossenen landwirtschaftlichen Schulen beginnen „Wanderjahre“ ohne ein eigenes Schulhaus. Erst 1960 bezieht man das kleine Atrium-Gebäude neben der Handelsschule. Inzwischen sind mit der neu eingerichteten Fachschule für Sozialpädagogik (1972) mehrere verschiedene haus-, landwirtschaftliche und sozialpädagogische Schularten unter einem Dach versammelt. Für sie alle muss ein gemeinsamer Schulname gefunden werden. Einstimmig entscheidet sich die Schule für Elly Heuss-Knapp. (Was diese Frau alles gemacht hat und warum wir sie als Namenspatronin für unsere Schule gewählt haben, können Sie in einem Extra-Artikel lesen.) Als Elly-Heuss-Knapp-Schule kann sie 1976 wieder in das Gebäude zurückkehren, das für sie vor Jahrzehnten gebaut worden war. In der Schule mit ihren verschiedenen Schularten spiegeln sich natürlich die großen gesellschaftlichen Veränderungen wider: die landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bildungsgänge verschwinden allmählich völlig, der Bereich Hauswirtschaft wird deutlich kleiner, dafür wächst in einer alternden Gesellschaft der schulische Ausbildungsbereich „Gesundheit und Pflege“. So mausert sich die einst kleine „Kreishaushaltungsschule“ zu einem Beruflichen Schulzentrum mit vielen spezialisierten Fachangeboten. Das ursprüngliche Schulgebäude und der bescheidene Nachkriegsanbau entsprechen dann längst nicht mehr diesen sehr unterschiedlichen Anforderungen: vom Krankenpflegezimmer, über die Schulküche, den Rhythmikraum bis hin zu den Labors und der Übungsfirma. So beschließt der Landkreis Rastatt als Schulträger zur Jahrtausendwende (2000) einen großzügigen 8 Millionen € teuren Um- und Erweiterungsbau für die Schule. Da man während des Umbaus auf überraschende Schwierigkeiten stößt, dauern die gesamten Baumaßnahmen mehr als fünf lange, lärmreiche, staubige Jahre. Aber dann präsentiert sich „die Elly“ als eine der attraktivsten Schulen im Kreis Rastatt. Nach den äußeren Baumaßnahmen kommen im Zuge des Schulentwicklungsprozesses jetzt die inneren Veränderungen auf die Schule zu: da die Schüler ihr Lernen - auch - selbständig organisieren sollen (SOL), werden auf den großen Fluren „Lerninseln“ mit moderner EDV-Ausstattung und außerdem ein separater Lern-Projektraum eingerichtet. Den „inneren Motor“ und die pädagogischen Ziele der Schule, die sich nach Elly Heuss-Knapp benennt, haben Lehrer und Schüler in einem „Leitbild“ erarbeitet und dargestellt. (Das vollständige Leitbild der Schule finden Sie unter dem Link „Unser Leitbild“. Unsere heutige Gesellschaft will nicht nur jungen Männern, sondern auch allen jungen Frauen eine qualifizierte Ausbildung anbieten. Natürlich wollen die Frauen dann diese Ausbildung auch im Beruf einsetzen. Ebenso will die Gesellschaft, dass junge Frauen Beruf und Kinder besser miteinander verbinden können und fordert deshalb mehr Betreuungsangebote für Vorschulkinder. Beide Entwicklungen zeigen, dass viele Aufgaben auf die über 100jährige „Elly“ warten und sie deshalb wohl in eine gute schulische Zukunft blicken kann.